Die Bewertung von Immobilien

In Österreich existiert ein eigenständiges Gesetz, welches sich ausschließlich der Bewertung von Liegenschaften (bebaut oder unbebaut) widmet – das Liegenschaftsbewertungsgesetz (LBG). In Deutschland erfolgt die Immobilienbewertung nach der Wertermittlungsverordnung (WertV).

Ziel der Bewertung einer Immobilien ist die Ermittlung des Verkehrswert, wobei dieser den Betrag „der bei einer Veräußerung der Sache üblicherweise im redlichen Geschäftsverkehr erzielt werden kann“ (§2 Abs. 2 LBG) wiederspiegeln soll. Zur Ermittlung des Verkehrswertes dienen insbesondere drei Verfahren als Hilfsmittel: das Vergleichswertverfahren, das Ertragswertverfahren und das Sachwertverfahren.

  • Gerade für Vorsorgeobjekte ist das Ertragswertverfahren (LBG §5) die wichtigste Methode zur Wertermittlung, daher wird ihm in diesem Artikel die größte Aufmerksamkeit gewidmet.
    Bei diesem normierten Modell wird davon ausgegangen, dass sich der Wert einer Immobilie durch zukünftig zu erwartende Mieten (als ewige Renten) in Zusammenhang mit der Nutzungsdauer errechnet. Die tatsächlich erzielten Erträge (Roherträge) vermindert mit Bewirtschaftungsaufwand und Abschreibungen ergibt den Reinertrag. Ist die Liegenschaft bebaut, werden noch Pacht- bzw. Mietkosten abgezogen dies ergibt den Reinertrag des Gebäudes. Wird vom Reinertrag der Liegenschaft der Ertragsanteil des Gebäudes abgezogen erhält man den Ertrag des Bodens, und damit auch den Wert des Bodens. Der zuvor genannte Wert des Gebäudes (=Reinertrag des Gebäudes) wird nun zum Wert des Bodens hinzugezählt und so erhält man den Wert der Liegenschaft. Handelt es sich um eine unbebaute Liegenschaft wird für die Berechnung von einem fiktiven Gebäude ausgegangen.Diese Berechnung der ewigen Rente erfolgt am einfachsten durch den Barwert. Dieser kann wie folgt dargestellt werden:
    Problematisch an diesem Verfahren ist insbesondere die gegenwartsbezogene Berechnung durch die Barwertmethode. Hierbei muss zum Zeitpunkt der Liegenschaftsbewertung die zukünftige Entwicklung, vor Allem die Höhe der Mieteinnahmen abgeschätzt und mit einem angenommen Zins, wobei dieser die Rendite einer alternativen Anlageform darstellt, diskontiert werden. Diese anzunehmenden Parameter unterliegen, wie Prognosen allgemein und der Immobilienmarkt im Speziellen, großen Unsicherheiten. Ein großer Vorteil dieses Modells zur Errechnung des Verkehrswerts stellt die Normierung dar.
  • Beim Sachwertverfahren (LBG § 6) wird der Wert einer Liegenschaft in Bodenwert (Ermittlung durch Vergleichswertverfahren), Bauwert (Erfassung durch Bau- bzw. Herstellkosten; Wertminderung durch technische und wirtschaftliche Komponenten wie bspw. Alter, Baumängel, Bauschäden bzw. durch unwirtschaftlichen Aufbau) und in Wert der Außenanlagen aufgeschlüsselt. Alle drei werden separat ermittelt und später zusammengefasst. Dieser zusammengefasste Wert dient als Grundlage, um dann durch Ab- und Zuschläge den tatsächlichen Wert einer Liegenschaft – den Verkehrswert – ermitteln zu können.
  • Wie der Name Vergleichswertverfahren (LBG §4) schon sagt, wird bei dieser Methode aus bereits verkauften Liegenschaften ein Mittelwert gebildet, um aus diesem ermittelten Wert den tatsächlichen Verkehrswert ableiten zu können. Problematisch bei diesem Vergleich sind zum Einen die oft fehlende Menge an Transaktionen überhaupt und zum Anderen die fehlende Menge an Transaktionen mit den selben bzw. ähnlichen Merkmalen, außerdem sollten die Transaktionen so zeitnah wie möglich erfolgt sein. Bei ähnlichen Liegenschaften wird so durch Zu- bzw. Abschläge des Durchschnittswertes der Wert der eigentlichen Liegenschaft ermittelt.

Prinzipiell liegt es am Gutachter selbst, welches Verfahren zur Ableitung des Verkehrswertes er wählt, sofern vom Gericht oder der Verwaltungsbehörde nichts anderes angeordnet wird, wobei durchaus auch Kombinationen denkbar und üblich sind. Es liegt auf der Hand, dass jedes dieser Verfahren seine Legitimation hat, dadurch kann nicht generell gesagt werden, welches das Beste ist.

Die Sicherstellungen nach dem BTVG

Im BTVG (Bauträgervertragsgesetz) gibt es unterschiedliche Arten der Sicherstellung, welche den Käufer vor dem Verlust des bereits eingesetzten Kapitals schützen sollen. Welche Art der Sicherstellung Anwendung findet entscheidet der Bauträger und nicht jeder Käufer für sich.

  • Die schuldrechtliche Sicherung (§8 Abs. 1 BTVG) erfolgt vA durch eine Bankgarantie. Bis zur Novellierung des BTVG, welche seit 1. Juli 2008 in Kraft ist, gab es auch noch die Bürgschaft als schuldrechtliche Sicherstellung.
    Bei der Bankgarantie steht die Bank für bereits geleistete Zahlungen des Käufers unter bestimmten vorher vertraglich vereinbarten Bedingungen bei Zahlungsunfähigkeit bzw. Konkurs des Bauträgers ganz oder teilweise ein. Problem hierbei ist, dass eine Bankgarantie insbesondere deren Inhalt nicht näher im Gesetz geregelt ist, und daher Verluste bei Käufern unumgänglich sind. Zwar sind die Verluste nicht ganz so hoch wie ohne Sicherung, doch mit vorheriger rechtlicher Beratung können diese in Grenzen gehalten werden. Ein Treuhänder ist für diese Art der Sicherung nicht nötig, daher ist dieses Instrument der Sicherstellung sowohl für den Bauträger als auch für den Erwerber die Günstigste, ist jedoch noch nicht sehr verbreitet.
  • Bei der grundbücherliche Sicherung in Verbindung mit dem Ratenplan (§9 und §10 BTVG) soll in gesetzlich geregelten Abschnitten das Geld des Käufers „sichergestellt sein“. Zur Überwachung des Bauträgers wird ein Treuhänder bestellt. Dieser gibt nach der Sicherung der Lastenfreiheit der Liegenschaft je nach Baufortschritt und Auswahl des Ratenplans einen gewissen gesetzlich festgelegten Maximalprozentsatz an den Bauträger weiter. Prinzipiell kann zwischen zwei Ratenplänen unterschieden werden, wobei Ratenplan A etwas freizügiger gestaltet ist als Ratenplan B. Wird eine Immobilie zur Befriedigung eines dringenden Wohnbedürfnisses erworben, muss, sofern Ratenplan A gewählt wird, zusätzlich eine Bankgarantie in Höhe von mindestens 10 Prozent des gesamten fälligen Kaufpreises abzüglich Nebenkosten erbracht werden – dies ist bei Vorsorgeimmobilien jedoch nicht der Fall.
    Die Vollendung jedes Bauabschnitts muss von einem Ziviltechniker für Hochbau oder einem allgemein beeideten Sachverständigen für das Bauwesen abgenommen werden. Trotz weiter Verbreitung dieses Instruments der Sicherung liegen die Nachteile auf der Hand. Der verpflichtende Einsatz eines Treuhänders einerseits und die Abnahme jedes Baufortschritts durch einen Sachverständigen treiben die Kosten der Sicherung in die Höhe. Dafür hält sich das Risiko aufgrund der ständigen Kontrolle in Grenzen.
  • Bei der pfandrechtlichen Sicherung (§11 BTVG) werden eventuelle Rückforderungsansprüche durch ein Pfandrecht auf eine Liegenschaft (zu bebauende oder eine andere) gedeckt. Auch bei diesem Modell ist ein Treuhänder zu bestellen, welcher dafür Sorge zu tragen hat, dass die Deckung des Pfandrechts hoch genug ist. Dieses Instrument der Sicherung ist in der Praxis wenig verbreitet, da ein Treuhänder und ein allgemein beeideter Sachverständiger für das Bauwesen zur Wertermittlung der Liegenschaft nötig sind.

Diese drei Modelle der Sicherung können durchaus auch miteinander kombiniert oder später einvernehmlich ausgetauscht werden, soweit dadurch nicht der Sicherungszweck beeinträchtigt wird (§7 BTVG).

Nach dem gewährleisteten Rechtserwerb durch den Käufer endet die Sicherungspflicht des Bauträgers.

Da Die Art der Sicherung nicht vom Erwerber ausgesucht werden kann, sondern vom Bauträger im Rahmen der Kalkulation selektiert wird, handelt es sich hier nicht um eine Option, sondern eine Tatsache, die in der Regel so hingenommen werden muss.

Der Käufer sollte unbedingt seinen Rechtsanwalt konsultieren, ob die angebotene Sicherstellung durch das BTVG abgedeckt ist.

Der Irrtum Spekulationssteuer

Oft wird das Wort Spekulationssteuer verwendet, das es allderdings so im Gesetz nicht gibt. Dieser umgangssprachlich verwendete Begriff bezieht sich auf Spekulationsgeschäfte gemäß EStG §30, es handelt sich also ganz einfach um die Einkommenssteuer.

Für eine im Privatbesitz befindliche Immobilie beträgt die Spekulationsfrist 10 Jahre. Sie kann sich auf 15 Jahre erhöhen, sofern der Herstellungsaufwand auf 15 Jahre verteilt abgesetzt wurde, kann sich jedoch auch auf 2 Jahre verringern, wenn die Immobilie 2 Jahre als Hauptwohnsitz gedient hat, dies ist jedoch für Vorsorgeimmobilien irrelevant.

Der Spekulationsgewinn berechnet sich aus Verkaufserlös abzüglich Veräußerungskosten vermindert um die Anschaffungskosten zuzüglich Herstellungs- und Instandsetzungsaufwendungen. Gewisse Nebenkosten, wie Grunderwerbssteuer, Anwaltskosten, Notar- oder Vermittlungskosten, welche mit der damaligen Anschaffung oder der Veräußerung in Zusammenhang stehen, können ebenfalls steuerlich voll als Werbungskosten berücksichtigt werden. So wird dann dieser Spekulationsgewinn in die Einkommenssteuererklärung unter den „sonstigen Einkünften“ mit aufgenommen, zu den restlichen Einkünften dazugezählt und das gesamte Einkommen der Einkommenssteuer mit der individuellen Progressionsstufe und dem zugehörigen Steuersatz unterworfen. Allerdings können Gewinne aus Spekulationsgeschäften nur mit Verlusten aus Spekulationsgeschäften ausgeglichen werden.

Wird die im Privatbesitz befindliche Immobilie außerhalb der Spekulationsfrist veräußert, fällt keine Abgabe, insbesondere keine Einkommenssteuer für Spekulationsgeschäfte an, da diese Einkünfte von keiner Einkunftsart erfasst werden.

Schenkung und die AfA

Aufgrund der hohen Nachfrage möchte ich erläutern wie AfA und Schenkung seit dem neuen SchenkMG funktionieren

Bisher, also zu Zeiten des alten Erbschafts- und Schenkungssteuergesetzes, war die Bemessungsgrundlage für die AfA im Falle einer Schenkung für vermietete Gebäude der Einheitswert war. Auf Antrag konnten jedoch auch die fiktiven Anschaffungskosten als Grundlage herangezogen werden, welche im Normalfall wesentlich höher waren, wodurch auch mehr abgeschrieben werden konnte.
Seit dem neuen SchenkMG (in Kraft seit 1.8.2008) muss für die Ermittlung der Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung die AfA des Rechtsvorgängers fortgeführt werden – ein Antrag auf fiktive Anschaffungskosten als Bemessungsgrundlage ist nicht mehr möglich.

Ferner gibt es folgende Änderungen, die AfA betreffend:

  • 1/10-Abschreibungen für Instandhaltungs- und Instandsetzungsaufwendungen können bei Schenkung und bei Erbschaft fortgeführt werden (früher Fortführung nur bei Erbschaft mit Berechnung der AfA mittels Einheitswert möglich)
  • 1/15-Absetzungen für Herstellungsaufwendugen können sowohl bei Schenkung als auch beim Erwerb von Todes wegen (Erbschaft) fortgeführt werden (früher wie bei 1/10-Abschreibung)

Weitere Informationen zum Thema Schenkung gibt es hier

Sollten noch weitere Fragen zu diesem Thema auftauchen, werden diese natürlich auch schnellstmöglich hier behandelt.

Schenkungsmeldegesetz (SchenkMG 2008)

Wie der Titel vermuten lässt, handelt es sich um ein eigenständiges neues Gesetz. Dem ist aber nicht so.

Durch das SchenkMG 2008 finden sich Änderungen in Bundesabgabenordnung (BAO), Finanzstrafgesetz, Stiftungseingangssteuergesetz (StiftEG) und Grunderwerbssteuergesetz (GrEStG).

Die Definition der Schenkung leitet sich nicht vom bürgerlichen Recht (§ 938: Ein Vertrag {=übereinstimmende Willenserklärung}, wodurch eine Sache jemanden unentgeldlich überlassen wird) ab, sondern geht noch weiter. Die Grundlage für den Begriff der „Schenkung“ im Sinne des SchenkMG 2008 leitet sich aus dem Erbschafts- und Schenkungssteuergesetz §3 ab und geht soweit, daß der Wille des Geschenkgebers allein auch ausreichend ist für eine Schenkung.

Für eine Schenkung unter Lebenden, die Erbschaft also ausgenommen, besteht prinzipiell Anzeigepflicht. Ausgenommen von dieser Anzeigepflicht sind Erwerbe unter Angehörigen (Eltern Ehegatten, Kinder, Großeltern, Nichten, Neffen, Onkel, Tante, Schwiegereltern und Lebensgefährten) bis zu einem gemeinen Wert von max. €50.000 pro Jahr und Angehörigem, Erwerbe zwischen anderen Personen bis zu einem gemeinen Wert von max. €15.000 in einem Zeitraum von 5 Jahren, Erwerbe die bereits nach dem Erbschafts- und Schenkungssteuergesetz befreit waren und Erwerbe die unter das Stiftungseingangssteuergesetz fallen.

Erfolgt eine Schenkung sind sowohl der Schenker als auch der Beschenkte und eventuell beteiligte Notare oder Rechtsanwälte zur Anzeige verpflichtet, solange bis einer der Beteiligten Anzeige erstattet. Die Frist für die Anzeige beträgt drei Monate ab dem Erwerb. Wird es verabsäumt die Schenkung zu melden bzw. anzuzeigen, aus welchen Gründen auch immer, muss der Beschenkte beweisen, dass eine Schenkung stattgefunden hat (Beweislastumkehr). Bei vorsätzlicher Nicht-Anzeige einer Schenkung kann bis zu 10% des Wertes der Schenkung als Strafe verhängt werden.

Gemäß Schenkungsmeldegesetz besteht für Erbschaften und Schenkungen von Grundstücken keine Meldeverpflichtung, sehr wohl jedoch nach dem Grunderwerbsteuergesetz (GrESG).

Das Formular zur Anzeige einer Schenkung nach Bundesabgabenordnung (BAO) §121a ist auf elektronischem Weg zu übermitteln und ist hier zu finden. Das Formular zur Stiftungseingangssteuererklärung gemäß Stiftungseingangssteuergesetz (StiftEG) §3 Abs. 2 ist hier zu finden.

Nähere Informationen zu Schekung und AfA finden Sie hier

Rendite

Die Rendite kann auch als Rentabilität einer Investition über die gesamte Laufzeit bezeichnet werden. Beim Vergleich der Rendite verschiedener Anlagen ist größte Vorsicht geboten, da verschiedenste Methoden (Kapitalwertmethode, interne Zinsfußmethode etc.) existieren, um diese zu berechnen und die Rendite immer in Zusammenhang mit dem Risiko gesehen werden muss. Es müssten also Investitionen mit gleichem Risiko miteinander verglichen werden, um aussagekräftig die Renditen komparieren zu können.

Oft werden in Hochglanzprospekten auch Renditen bis auf zwei oder drei Stellen hinter dem Komma angegeben. Auf Grund von Entwicklungen, die nicht absehbar sind und nur geschätzt werden können wie Inflationsrate oder Vermietungsquote, sind solche Rundungen eher ein Zeichen dafür, dass Anlegern ein Gefühl von Genauigkeit und Sicherheit vorgegaukelt werden soll, um diese zu ködern.

Die Rendite von Immobilienanlagen ergeben sich aus den durch die Mieteinnahmen erzielten Jahresüberschüssen abzüglich aller angefallenen Kosten. Die Höhe der Rendite hängt in erster Linie von der Lage ab. Sie entscheidet darüber, ob Wertstabilität oder gar Steigerung gegeben sind, und somit eine möglichst hohe Rendite erzielt werden kann. Dabei gibt es prinzipiell zwei Strategien, die verfolgt werden können: Zum einen existiert die Option, sich eine Immobilie in einer schlechteren, günstigeren Lage auszusuchen, um auf die zukünftige Potentiale zu setzen und so eventuell höhere Renditen erzielen zu können – vorausgesetzt es liegen längerfristige Prognosen über die zukünftige positive Entwicklung vor. Für diese Variante muss mit langwierigen Recherchen und eventuellen Unsicherheiten gerechnet werden.
Die zweite Möglichkeit ist, dass eine Immobilie in einer hochpreisigen, Lage ausgesucht wird. Hier ist das Entwicklungspotential zwar meist geringer, dafür sind konstant hohe Mieten und ebenso eine konstant hohe Vermietungsquote nahezu gesichert, was auch für eine permanent gleich hohe sicherere Rendite spricht.
Natürlich nützt die beste Lage nichts, wenn die Qualität nicht stimmt, doch schlussendlich entscheidet bei permanent hohen Qualitätsansprüchen die Lage über die Höhe der Rendite.

Zweitmarkt

Früher war die Meinung sehr verbreitet, dass Anteile an geschlossenen Immobilienfonds sehr schwer bis überhaupt nicht wieder veräußerbar wären. Inzwischen hat sich jedoch der Sekundärmarkt durch spezielle gebildete Plattformen weiterentwickelt, um dieser Problematik entgegenzuwirken. So können Anteile globaler und schneller angeboten und auch nachgefragt werden. In Deutschland hat sich beispielsweise vom Jahr 2000 bis 2005 – innerhalb von fünf Jahren – einerseits das Absatzvolumen von 195,8 Millionen Euro durch den Sekundärmarkt auf 444,9 Millionen Euro mehr als verdoppelt und andererseits ist die Zahl der Anleger von 556 im Jahr 2000 auf 2.634 im Jahr 2005 fortdauernd angestiegen . Bis sich annähernd ähnliche Zahlen auch in Österreich realisieren lassen, werden auf Grund fehlender Interessensvertretungen noch Jahre vergehen, aber die Ergebnisse belegen, welch großes Potential der Sekundärmarkt im Bereich der Weiterveräußerung von Anteilen an geschlossenen Fonds aufweist und in Zukunft noch aufweisen wird. Eine weitere Schwierigkeit beim Ver- bzw. Ankauf am Zweitmarkt ist die der Preisbildung. Wie kann man Anteile an einer Immobilie samt den bisherigen Wertsteigerungen fair für Anleger und Käufer bewerten? Für diese Problematik gibt es zwar einige Methoden zur Errechnung von Wertsteigerungen für Gebäude, jedoch gilt hier der Grundsatz: nur realisierte Gewinne sind echte Gewinne. So hat der Verkäufer zwei Möglichkeiten. Einerseits kann auf einen gewissen Teil des in Zukunft zu erwartenden Gewinns auf Kosten von früherer Liquidität unter Beachtung der Spekulationsfrist verzichtet werden und andererseits kann der Verkäufer bis zur Beendigung des geschlossenen Immobilienfonds warten, um den gänzlichen Gewinn der Wertsteigerung zu erhalten. Vorteile durch den Erwerb am Sekundärmarkt ergeben sich zum Einen für den Veräußerer durch relativ schnelle Liquidation der Anteile und zum Anderen für den Käufer durch die Einschätzbarkeit der wirtschaftlichen Situation, da bereits realisierte Zahlen über Vermietungsquote existieren.

Prognoserechnung

Um dem Risiko der Liebhabereivermutung zu entgehen, sollte dem zuständigen Finanzamt eine Prognoserechnung über den gesamten Beobachtungszeitraum vorgelegt werden. Weichen die tatsächlichen Zahlen wesentlich von den prognostizierten ab, wird geprüft, ob der Steuerpflichtige selbst oder unvorhersehbare Umstände dazu geführt haben. Ist der Steuerpflichtige auf Grund einer zu optimistischen Prognoserechnung beispielsweise selber für das Abweichen verantwortlich, wird dies beim Finanzamt vermerkt und die vorhergesagten Zahlen werden korrigiert. Differenzen in der Prognoserechnung infolge unvorhersehbarer Umstände haben keinen Einfluss auf die ursprünglich abgegebene Prognoserechnung.

Abweichungen und als Folge Liebhaberei treten, Vorsorgewohnungen betreffend, insbesondere durch frühzeitige Kredittilgung auf, wenn diese laut abgegebener Prognoserechnung nicht geplant war. Die Finanzverwaltung erachtet durch frühzeitige Tilgung einen verkürzten Beobachtungszeitraum, innerhalb dessen bereits ein Gesamtüberschuss vorliegen muss, um nicht der Liebhabereiverordnung unterliegen zu müssen.

Liebhaberei

Unter dem Begriff Liebhaberei versteht man laut der Liebhabereiverordnung 1997 das Nicht-Anerkennen einer Einkunftsquelle als solche. Dies geschieht, wenn über einen bestimmten Zeitraum gesamt kein Überschuss erzielt werden kann. Im Fall der Vorsorgewohnung beträgt der Beobachtungszeitraum bis zu 23 Jahre. Wurde also nach diesen maximal 23 Jahren über den gesamten Zeitraum kein Überschuss erwirtschaftet, wird die Einkunftsquelle nicht anerkannt. Dies hat eine Aberkennung der Gewinne und vor Allem Verluste, sowie des Vorsteuerabzugs zur Folge. Um dem Risiko der Liebhabereivermutung zu entgehen, sollte dem zuständigen Finanzamt eine Prognoserechnung über den gesamten Beobachtungszeitraum vorgelegt werden.

Für die Problematik der Liebhaberei betreffend Vermietung muss zwischen kleiner und großer Vermietung unterschieden werden. Die kleine Vermietung ist in der L-VO §1 Abs 2 verankert und umfasst die Vermietung von Eigentumswohnungen. Sobald Verluste aus der Vermietung hervorgehen, muss beim Finanzamt mittels einer Prognoserechnung nachgewiesen werden, dass das Objekt dazu geeignet ist, über den Beobachtungszeitraum von 20 bis maximal 23 Jahren einen Gesamtüberschuss zu erwirtschaften. Wird diese Prognoserechnung nicht vorgebracht, oder ist das Objekt nicht dazu geeignet, einen Totalüberschuss zu erzielen, wird diese Einkunftsquelle nicht anerkannt und als Liebhaberei eingestuft. Für jedes Objekt muss gesondert festgestellt werden, ob Liebhaberei vorliegt. Unter großer Vermietung ist die Vermietung eines Gebäudes mit mindestens 3 Einheiten zu verstehen. Auch hier muss, falls Verluste anfallen, eine Prognoserechnung pro Objekt für das zuständige Finanzamt angefertigt werden, um zu bestätigen, dass die einzelnen Objekte dazu geeignet sind, einen Gesamtüberschuss zu erzielen. Der Zeitraum verlängert sich bei der großen Vermietung auf 25 Jahre ab der ersten Vermietung bzw. maximal 28 Jahre.

Die Liebhaberei ist nicht nur in der Liebhaberei-Verordnung verankert, sondern betrifft auch die Umsatzsteuer. UStG §2 Abs 5 besagt, dass eine Tätigkeit als Liebhaberei gilt, wenn auf Dauer gesehen Gewinne oder Einnahmenüberschüsse nicht zu erwarten sind. Laut VwGH stellt dieser Paragraph nur eine unechte Befreiung der Umsatzsteuer dar, und keine Option zur Steuerpflicht. Allerdings besagt UstG §6 Abs 1 ausdrücklich, dass die Vermietung von Räumlichkeiten nicht unter die unechte Umsatzsteuerbefreiung fällt. Artikel 4 Abs 1 der 6. EU-Mehrwertsteuerrichtlinie widerspricht ebenfalls der Auffassung des VwGH. Dieser Artikel beinhaltet eine Definition des Unternehmermerkmals, wobei es nicht relevant ist, ob tatsächlich Gewinne bzw. Verluste erwirtschaftet werden, sondern die Absicht alleine reicht aus, um als Unternehmer qualifiziert zu sein . Wird die Liebhabereivermutung laut L-VO angenommen, gilt diese auch für die Umsatzsteuer.

„Anleger mögen Immobilien und Indexfonds“

… so war es am 10. Juli 2008 im Handelsblatt-online oder am 7. Juli 2008 bei Wallstreet-online zu lesen.

Jetzt greifen auch institutionelle Anleger vermehrt auf konventionelle Anlagen wie Immobilien zurück.

Wie die europaweite Umfrage (115 Institutionen) der Fondsgesellschaft Invesco in Zusammenarbeit mit der PAN-europäischen Fachzeitschrift Investment & Pensions Europe unter institutionellen Anlegern ergab, setzen zukünftig nun ca. ein Viertel der Vermögensverwalter mehr auf Immobilien und alternative Anlagen wegen ihrer geringen Korrelation zum Aktienmarkt.

Die Umfrage zeigt ebenfalls, dass der Anteil an Immobilien vom gesamten Portfolio stark länderabhängig ist.

Nur knapp sieben Prozent des gesamten Investitionsvolumens der institutionellen Anleger Deutschlands werden in Immobilien veranlagt. In Frankreich sind es gar nur zwei Prozent und in der Schweiz immerhin 22 Prozent. Der europäische Durchschnitt beträgt ungefähr zehn Prozent.

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