Schenkung und die AfA

Aufgrund der hohen Nachfrage möchte ich erläutern wie AfA und Schenkung seit dem neuen SchenkMG funktionieren

Bisher, also zu Zeiten des alten Erbschafts- und Schenkungssteuergesetzes, war die Bemessungsgrundlage für die AfA im Falle einer Schenkung für vermietete Gebäude der Einheitswert war. Auf Antrag konnten jedoch auch die fiktiven Anschaffungskosten als Grundlage herangezogen werden, welche im Normalfall wesentlich höher waren, wodurch auch mehr abgeschrieben werden konnte.
Seit dem neuen SchenkMG (in Kraft seit 1.8.2008) muss für die Ermittlung der Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung die AfA des Rechtsvorgängers fortgeführt werden – ein Antrag auf fiktive Anschaffungskosten als Bemessungsgrundlage ist nicht mehr möglich.

Ferner gibt es folgende Änderungen, die AfA betreffend:

  • 1/10-Abschreibungen für Instandhaltungs- und Instandsetzungsaufwendungen können bei Schenkung und bei Erbschaft fortgeführt werden (früher Fortführung nur bei Erbschaft mit Berechnung der AfA mittels Einheitswert möglich)
  • 1/15-Absetzungen für Herstellungsaufwendugen können sowohl bei Schenkung als auch beim Erwerb von Todes wegen (Erbschaft) fortgeführt werden (früher wie bei 1/10-Abschreibung)

Weitere Informationen zum Thema Schenkung gibt es hier

Sollten noch weitere Fragen zu diesem Thema auftauchen, werden diese natürlich auch schnellstmöglich hier behandelt.

Sonderabschreibung

Die Sonderabschreibung beträgt 1/15 oder 1/10 pro Jahr und gilt nur „nicht mit dem Gebäude verbundene Anlagen“. dazu zählen Einbaumöbel, Einbauküchen, Telefonanlagen, usw. sofern diese leicht zu „lösen“ sind und dieser Vorgang keine beträchtliche Wertminderung verursacht. ansonsten sind sie mit dem Gebäude verbunden und müssen mit 1/67 abgeschrieben werden.

Normalabschreibung

Im Gegensatz zur Sonderabschreibung für Herstellungsaufwand beträgt die Dauer der Normalabschreibung eines Gebäudes pro Jahr 1/67. Die Finanz nimmt also idR eine Nutzungsdauer von 67 Jahren für ein gebäude an. In der Prognoserechnung nach der Liebhabereiverordnung dürfen die Sonderabschreibungen an das Gebäude gekoppelt mit 1/67 pro Jahr angesetzt werden. Sie erhalten in der Kalkulation daher früher einen Überschuss und haben ihre Einkunftsquelle.