Aktien, Geld, Gold und Immobilien

Ich habe bewußt zur Finanzkrise seit Mitte September keine Artikel mehr veröffentlicht. Seither hat sich viel getan, aber die Entwicklung der Krise ist immer noch nicht absehbar. Die Meinungen in einschlägigen Internetforen schwanken zwischen den Extremen „Krieg, Strassenschlachten, Hungersnot, Währungsschnitt, Hyperinflation“ und „massive Rezession, aber kein Zusammenbruch des Finanzsystems“. Die sonst so optimistischen Fernsehsendern n-tv, N24, CNBC und BLOOMBERG-TV bieten leider auch keine fröhlicheren Aussichten.

Immobilien retten über die Krise

Die ersten Banken geben relativ konkrete „Warnungen“ an ihre Kunden weiter. So informiert die 100% Tochter der Grazer-Wechselseitigen-Versicherung, die Capital Bank ihre solventen Kunden:

In beiden „Extremen“ gehören Immobilien zur sicheren Anlage. Das Verständnis für die dargestellten Portfolios muss jedoch nicht in wertsteigernder Veranlagung sondern rein in der Rettung von Vermögen und Erhalt der Kaufkraft über die Zeit der Krise liegen. Immobilien überstehen Hyperinflation, Hungersnot und Währungsumbrüche in der Regel besser als auf Papier gedruckte Versprechungen (Bargeld, Aktien, Fonds, etc.).

Der optimale Krisenplan…

…existiert nicht. Nur aufmerksames Sammeln aller Informationen, Bildung einer eigenen Meinung und, so schwer es fällt, der Blick in die Kristallkugel kann einen Ausblick auf die Zukunft geben. Noch hat man die Möglichkeit schnell zu reagieren und sich vorzubereiten.

Fall der Erbschaftssteuer! Kommen die Heuschrecken?

Es gilt abzuwarten was sich bis zum 31.07.2008 ergibt. Denn fällt die Steuer wirklich, und wie groß angekündigt auch die Schenkungssteuer, so wurden in den letzten Jahren Unsummen durch die Einbringung von Immobilienvermögen in Privatstiftungen vergeudet.

Diese Vorgänge erschienen bis vor wenigen Wochen noch durchaus nachvollziehbar und sinnvoll, im Moment allerdings sollte man auf diesem Gebiet vorsichtig sein. Ihr obligatorischer regelmässiger Gang zum Steuerberater sollte diesmal auch die Planung des Erbfalles klären. die Sinnhaftigkeit einer Schenkung nach §8 Abs.3 lit.b ErbStG ist jedenfalls zu prüfen.

Der vom Mittelstand begrüßte Fall der Erbschaftssteuer -ja auch ich stehe dem positiv gegenüber- bringt auch Probleme. Bald wird wieder von Heuschrecken gesprochen werden, die unsere schönen Immobilien in ausländische Hand bringen wollen. Am Beispiel des DBA DE-AT kann man dies leicht argumentieren:
„Doch nicht nur Bergfans lohnt derzeit, sich ein Domizil oder Anteile an einem geschlossenen Fonds in Österreich zuzulegen. Der anschließende Übergang dieses Besitzes darf das heimische Finanzamt laut geltendem Doppelbesteuerungsabkommen im Todesfall erfassen und die Alpenrepublik verzichtet freiwillig darauf. Das eröffnet die Möglichkeit, Geld in Tirol oder Wien in Steine und Beton anzulegen und dies ohne Steuerlast über den Nachlass auf die Folgegeneration übergehen zu lassen. Läge das Kapital noch auf der Bank, würde der deutsche Fiskus hingegen voll darauf zugreifen.“ (zitat: www.valuenet.de)
Doch ist die Angst der „Überfremdung“ tatsächlich begründet? Der österreichische Staat im Allgemeinen und die Bundesländer im speziellen tun seit Jahrzehnten alles um den Kauf von Immobilien durch ausländische investoren zu erschweren. so dürfen beispielsweise selbst ausländer aus dem eu-raum keine Wohnimmobilie in Tirol kaufen sofern nicht der Hauptwohnsitz hier liegt. Ich glaube kaum, dass die gesamte restliche Welt (der Teil der ein DBA mit AT hat) sich schlagartig liquide Mittel generiert um alle österreichischen Immobilien einzukaufen. Zusätzlich hängt der österreichische Immobilieninvestor an seinen Immobilien. Karl Wlaschek trennt sich beispielweise nicht von seinen prunkvollen Palais im ersten Wiener Gemeindebezirk. Was nicht am Markt ist kann nicht gekauft werden.
Österreich ist ein Immobilienhochpreisland, also müssen Steuervorteile erst durch sehr hohe Preise und verhältnismässig niederen Mieten ausgeglichen werden können. Ostdeutschland ist dafür ein besserer Markt mit niedrigen Einstandspreisen, steigenden Mieten und großzügig verteilten Subventionen durch Kommunen und Länder – die Erbschaftsteuer lässt sich auch anders veringern. Fragen sie ihren Steuerberater!
Zu empfehlen ista uch dieses Buch.