Schenkung und die AfA

Aufgrund der hohen Nachfrage möchte ich erläutern wie AfA und Schenkung seit dem neuen SchenkMG funktionieren

Bisher, also zu Zeiten des alten Erbschafts- und Schenkungssteuergesetzes, war die Bemessungsgrundlage für die AfA im Falle einer Schenkung für vermietete Gebäude der Einheitswert war. Auf Antrag konnten jedoch auch die fiktiven Anschaffungskosten als Grundlage herangezogen werden, welche im Normalfall wesentlich höher waren, wodurch auch mehr abgeschrieben werden konnte.
Seit dem neuen SchenkMG (in Kraft seit 1.8.2008) muss für die Ermittlung der Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung die AfA des Rechtsvorgängers fortgeführt werden – ein Antrag auf fiktive Anschaffungskosten als Bemessungsgrundlage ist nicht mehr möglich.

Ferner gibt es folgende Änderungen, die AfA betreffend:

  • 1/10-Abschreibungen für Instandhaltungs- und Instandsetzungsaufwendungen können bei Schenkung und bei Erbschaft fortgeführt werden (früher Fortführung nur bei Erbschaft mit Berechnung der AfA mittels Einheitswert möglich)
  • 1/15-Absetzungen für Herstellungsaufwendugen können sowohl bei Schenkung als auch beim Erwerb von Todes wegen (Erbschaft) fortgeführt werden (früher wie bei 1/10-Abschreibung)

Weitere Informationen zum Thema Schenkung gibt es hier

Sollten noch weitere Fragen zu diesem Thema auftauchen, werden diese natürlich auch schnellstmöglich hier behandelt.

Schenkungsmeldegesetz (SchenkMG 2008)

Wie der Titel vermuten lässt, handelt es sich um ein eigenständiges neues Gesetz. Dem ist aber nicht so.

Durch das SchenkMG 2008 finden sich Änderungen in Bundesabgabenordnung (BAO), Finanzstrafgesetz, Stiftungseingangssteuergesetz (StiftEG) und Grunderwerbssteuergesetz (GrEStG).

Die Definition der Schenkung leitet sich nicht vom bürgerlichen Recht (§ 938: Ein Vertrag {=übereinstimmende Willenserklärung}, wodurch eine Sache jemanden unentgeldlich überlassen wird) ab, sondern geht noch weiter. Die Grundlage für den Begriff der „Schenkung“ im Sinne des SchenkMG 2008 leitet sich aus dem Erbschafts- und Schenkungssteuergesetz §3 ab und geht soweit, daß der Wille des Geschenkgebers allein auch ausreichend ist für eine Schenkung.

Für eine Schenkung unter Lebenden, die Erbschaft also ausgenommen, besteht prinzipiell Anzeigepflicht. Ausgenommen von dieser Anzeigepflicht sind Erwerbe unter Angehörigen (Eltern Ehegatten, Kinder, Großeltern, Nichten, Neffen, Onkel, Tante, Schwiegereltern und Lebensgefährten) bis zu einem gemeinen Wert von max. €50.000 pro Jahr und Angehörigem, Erwerbe zwischen anderen Personen bis zu einem gemeinen Wert von max. €15.000 in einem Zeitraum von 5 Jahren, Erwerbe die bereits nach dem Erbschafts- und Schenkungssteuergesetz befreit waren und Erwerbe die unter das Stiftungseingangssteuergesetz fallen.

Erfolgt eine Schenkung sind sowohl der Schenker als auch der Beschenkte und eventuell beteiligte Notare oder Rechtsanwälte zur Anzeige verpflichtet, solange bis einer der Beteiligten Anzeige erstattet. Die Frist für die Anzeige beträgt drei Monate ab dem Erwerb. Wird es verabsäumt die Schenkung zu melden bzw. anzuzeigen, aus welchen Gründen auch immer, muss der Beschenkte beweisen, dass eine Schenkung stattgefunden hat (Beweislastumkehr). Bei vorsätzlicher Nicht-Anzeige einer Schenkung kann bis zu 10% des Wertes der Schenkung als Strafe verhängt werden.

Gemäß Schenkungsmeldegesetz besteht für Erbschaften und Schenkungen von Grundstücken keine Meldeverpflichtung, sehr wohl jedoch nach dem Grunderwerbsteuergesetz (GrESG).

Das Formular zur Anzeige einer Schenkung nach Bundesabgabenordnung (BAO) §121a ist auf elektronischem Weg zu übermitteln und ist hier zu finden. Das Formular zur Stiftungseingangssteuererklärung gemäß Stiftungseingangssteuergesetz (StiftEG) §3 Abs. 2 ist hier zu finden.

Nähere Informationen zu Schekung und AfA finden Sie hier

„Die Schenkung einer Immobilie kann noch vor dem Auslaufen der Schenkungssteuer sinnvoll sein“

So die Überschrift eines Artikels in der Printausgabe des Standard vom 6./7. Juli 2008

Es kann durchaus Sinn machen, noch vor dem Auslaufen der Schenkungssteuer Ende Juli 2008, Immobilien zu verschenken, da mit dem neuen SchenkMG 2008 einkommenssteuerrechtliche Vorteile nicht mehr ausgenutzt werden können. So können Wertsteigerungen einer Immobilie, welche sich in einer höheren AfA (fiktiver Anschaffungskosten) widerspiegeln und somit die Einkommensteuer mindern, berücksichtigt werden. Zusätzlich beginnt der Zeitraum für die AfA von Neuem zu laufen.

Ab dem 1. August 2008 (mit dem neuen SchenkMG 2008) sind Wertsteigerungen von Immobilien bei einem Schenkungsvorgang irrelevant, da diese die Bemessungsgrundlage der AfA nicht verändern, und die Laufzeit vom Schenker weitergeführt werden muss.

Es ist also ratsam bei bevorstehenden Schenkungen, v.A. von durchgehend vermieteten Immobilien, schnellst möglich einen Steuerberater aufzusuchen, um beide Varianten gegenüberzustellen und uU eine Schenkung noch vor dem 1. August 2008 – samt Grundbucheintragung – durchführen zu können.

Empfehlenswert zu diesem Thema ist dieses Buch.